KONZERT – Sophie Abraham CD Release „Brothers“

Wir freuen uns eine großartige Premiere ankündigen zu dürfen – am 17.9. wird die Cellistin Sophie Abraham bei uns im Wohnprojekt B.R.O.T.-Pressbaum ihre CD „Brothers“ präsentieren.

Die 1986 geborene Cellistin Sophie Abraham komponiert, interpretiert und improvisiert
 entlang musikalisch-kreativer Grenzüberschreitungen. Zwischen Klassik, zeitgenössischen Kompositionen und experimentellen Klanglandschaften. 
Im radio.string.quartet, im Trio Frühstück, im Ensemble Scurdia, mit Julia Lacherstorfer und in ihren Soloprogrammen.

Sophie Abraham hat nach vielen vielen unterschiedlichen Projekten ihr Solo Debüt Album auf den Weg gebracht. Es heißt „Brothers“ und ist eine Hommage an ihre beiden bei einem Lawinenunglück verstorbenen Brüder. Eine Hommage an das Leben und die Schönheit, aber auch an den tieferen Sinn des Lebens aus einer Perspektive wo man sieht dass das Leben nicht ewig ist.

Konzert Beginn 20:00 im Gemeinschaftshaus, Haitzawinkel 11g, 3021 Pressbaum

Das erste Video „Jonathan“ ist bereits online: https://youtu.be/C_jiSONmgbI

Für das Konzert gelten die gesetzlichen Maßnahmen mit Kontaktdatenaufnahme und 3 G-Regel.

Bitte außerdem um vorherige Reservierung unter info@brot-pressbaum.at

Soziokratie in B.R.O.T.-Pressbaum

Soziokratie ist ein fester Bestandteil unserer Gemeinschaft und verbessert wesentlich die Kommunikation in unserem Zusammenleben.  Wie die Soziokratie in unserem Wohnprojekt umgesetzt werden kann, erarbeitet die gleichnamige Arbeitsgruppe. Dazu ein Interview aus unserem letzen Newsletter mit AG-Mitglied Susanne Giesecke.

NL : Was ist Soziokratie?

Susanne: Es gibt zwei Definitionen: 

Einerseits ist es eine Technik für Kreismoderation. Damit ist ein strukturierter Ablauf in einer Arbeitsgruppe (Kreis) gemeint, die eine Aufgabe, ein fixes Anliegen hat. Der Kreis sollte nicht größer als 14 Personen sein.

Andererseits ist eine Managementmethode für Organisationen. Sie soll unter gleichwertigen Mitgliedern ein effizientes Arbeiten sicherstellen. Trotzdem kann es Hierarchien geben: So gibt es einen Topkreis, in dem alle Kreise der nächstunteren Ebene vertreten sind, da befinden sich die VertreterInnen der anderen Kreise und vertreten deren Interessen.

NL: Wieweit ist es in den 3 Jahren gelungen, die Soziokratie in unserem Wohnprojekt zu verwirklichen?

Susanne:  Die Soziokratie ist mal angekommen, in den verschiedenen Kreisen wird es zu unterschiedlichen Graden umgesetzt. Man muss immer regelmäßig messen, wie gut der Kreis arbeitet und ob die Mitglieder mit den Ergebnissen zufrieden sind. Bei Bedarf werden auch VertreterInnen der AG Soziokratie hereingeholt. Unsere regelmäßig stattfindende Vollversammlung ist eigentlich viel zu groß für einen soziokratischen Kreis und trotzdem ist es bemerkenswert, dass im Sinne der Soziokratie immer sehr diszipliniert miteinander umgegangen wird. Zu den soziokratischen Prinzipien, die wir auch in der VV umsetzen, gehören z.B. eine Agenda am Anfang, die einen Konsens hat; es wird abstimmt, wer die Moderation macht. Die Ergebnisse werden transparent festgehalten. Bei einem soziokratischen Treffen sollte jede/r, der möchte, zu Wort kommen. Bei Abstimmungen geht es ebenfalls darum, dass es einen Konsent gibt, das heißt, wenn schwerwiegende Einwände geäußert werden, werden diese ernstgenommen und als etwas Wertvolles angesehen. Konflikte werden offensichtlicher und weniger unter den Teppich gekehrt. Ein wesentlicher Bestandteil der Soziokratie ist die gegenseitige Wertschätzung, die wichtig für das Zusammenleben ist.

NL: Wie bist du persönlich zur Soziokratie gekommen?

Susanne:   Ich habe mich im Rahmen meiner Forschungen für neue Managementstrukturen interessiert, die auf organischen Prinzipien aufgebaut sind. Im Soziokratiezentrum habe ich mehrere Kurse gemacht und habe eine Zertifizierung als soziokratische Kreismoderatorin. Außerdem mache ich eine Ausbildung zur Soziokratieexpertin. Soziokratie hält übrigens langsam Einzug in die Unternehmenskultur. Auch wird sie in zahlreichen Sozialeinrichtungen, Krankenhäusern usw. in Österreich, Deutschland und der Schweiz schon gelebt.

Dr. Susanne Giesecke ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet auf den Gebieten Innovation und Foresight. Sie ist Pferdeliebhaberin, Veganerin und hat in Deutschland, den USA und Brasilien gelebt.

Holzbaupreis Kärnten 2019 & BigSee Award 2020

Apropos, dieser Beitrag war schon vor längerem geplant und hat sich irgendwo im Beitragsarchiv verlaufen – das ändert nichts daran, das unser Wohnprojekt den Holzbaupreis Kärnten 2019 und den BigSee Award 2020 gewonnen hat, worüber wir uns sehr gefreut haben 🙂 

„… What makes this project one-of-a-kind?
With all the knowledge and technology at hand, best intentions remain often hard to implement. This is due to various constraints, that can include economic, social or legislative factors which are deeply imbedded in the society structures. With B.R.O.T the good intentions were made possible. …“ (BigSee)

Jurybeschreibung

Der Projektname mit dem Akronym B.R.O.T. steht für Begegnen, Reden, Offensein und Teilen und signalisiert die zentrale Bedeutung des Community-Gedankens. Das Projekt, bestehend aus zehn Holzhäusern mit unterschiedlichen Wohnungstypologien und einem zentralen Gemeinschaftshaus, wurde für eine neue Art des Miteinander-Wohnens maßgeschneidert. Nach einer intensiven Planungsarbeit von drei Jahren bei der die zukünftigen Bewohner stark involviert wurden, konnten die Gebäude in einer relativ kurzen Bauzeit bezogen werden. Dies war auch dank der vorgefertigten Holzleichtbauweise mit Zellulosedämmung, Massivholzdecken und einer hinterlüfteten Lärchenholzfassade gut möglich. Die zimmermannsmäßige Ausführungssorgfalt, die Detailierung und der konstruktive Holzschutz wurden vorbildlich gelöst.

Gratulation in dem Fall an unsere wunderbaren Architekten von Nonconform!

Hier der link zu den Preisen:

Bigsee Award 2020 https://bigsee.eu/baugruppe-b-r-o-t/?fbclid=IwAR39SlKyKc0dbw9XW0tmtaEQusdQW106S1WwkRyY2FBQNxsxlaQdAJWnDMo

Holzbaupreis Kärnten 2019 https://holzbaupreis-kaernten.at/portfolio/b-r-o-t-pressbaum-2-2/

Filmemacherin Maria Weber im Interview

Maria Weber

Maria Weber ist über die Bildhauerei zum Animationsfilm gekommen, wobei sie die Realität besonders bewegt. Seit 2007 ist sie freischaffende Filmemacherin und hat sich auf partizipative Filmprojekte und Stop-Motion Animationsfilme spezialisiert. 

2009 erschien ihr Debut, der Dokumentarfilm „Nairobi Love Story“. 

Ihre „Statements“-Trilogie „HomeStatements“, „LoveStatements“ und „BirthStatements“, alle drei Stop-Motion-Animationsfilme,wurden bereits auf mehreren Festivals gezeigt. 

Maria ist Mutter einer vierjährigen Tochter und eines zweijährigen Sohnes.

INTERVIEW:

Du hast ja schon viele Filme gemacht, und hast immer unterschiedliche Zugänge gehabt, wie du zu den verschiedenen Themen gekommen bist.
Wie ist jetzt die Idee enstanden, dass du jetzt Kinder zum Thema Corona befragen möchtest.

Es war im Grunde bei den letzten 3 Filmen, bei der „Statement“-Reihe, der Trilogie so, dass ich vereinzelt auch immer Kinder befragt habe, wenn auch ganz wenige nur. Und ich finde, die genialsten Aussagen, die da drinnen sind, in diesen „love“, birth“ usw – Statements, kamen irgendwie von Kindern, und deshalb habe ich das immer so cool gefunden, mit Kindern. Jetzt habe ich mir gedacht, ich probiere es einmal. Eigentlich hätte es ein ganz anderes Thema sein sollen, eigentlich wollte ich es zum Thema „Mama“ machen – und dann war Corona, und wir waren alle daheim. Obwohl ich mit 2 kleinen Kindern daheim weniger Zeit denn je hatte, dachte ich mir, das wäre jetzt die Chance – begonnen habe ich dann eh erst gegen Ende des Lockdowns, Anfang Mai. Spannend wäre es auch gewesen, so mittendrin, aber das war nicht möglich. Die meisten Interviews sind erst jetzt im Juli entstanden, das heißt, es ist eh sehr viel Zeit vergangen.

Aber ich habe gemerkt – ein Lehrer von uns, ich habe ja in Italien Film studiert, und der hat immer gesagt, die 3 schwierigsten Sachen sind „barche, besti e bambini“, also Schiffe, Tiere und Kinder. Manche Kinder waren beim Interview sehr dankbar und haben viel geredet, aber bei denen, die nur ein Wort sagen und man sich dann schon immer mehr Fragen raussagt, und es kommt wenig zurück, das ist herausfordernd.

Ich kann mich mit der Kamera auch nicht unsichtbar machen, das wäre manchmal das Beste gewesen, weil manche Kinder dann halt auch beginnen, zu inszenieren.

Waren für dich bei den Aussagen der Kinder auch Momente oder Erkenntnisse dabei, wo du selber auch drauf gekommen bist – ah, so geht es denen jetzt eigentlich hier. Waren da neue Erkenntnisse für dich dabei?

Ja, schon, gerade bei den Schulkindern, mit denen ich ja nicht so intensiven Kontakt habe, da meine Kinder selber noch nicht in der Schule sind. Die Einen haben es „zach“ gefunden, daheim zu lernen, weil sie allein im Zimmer sitzen, während die kleineren Kinder draußen spielen. Das war für manche gar nicht leicht.
Das Gegenteil waren Kinder, die es sehr genossen haben, nicht in die Schule zu gehen, weil er mit seiner Oma über Skype gelernt hat. Das habe ich sehr spannend gefunden. Und auch die Frage, wie lange sie glauben, dass es noch dauert, war sehr spannend. Von einem Kind kam die Antwort „100 Jahre“!
Das war spannend.

Du hast mit den Interviews auch viele Kinder ganz neu kennengelernt.

Ja, das war sehr spannend. Und es waren wirklich Kinder von 2 bis 12 Jahren dabei. Und ich muss sagen, die ganz Kleinen sind schon auch sehr cool.

Du hast ja bei deiner Trilogie immer animiert. Hier hast du dich entschieden, das anders zu machen.

Ja, ich wollte jetzt nicht ein Projekt beginnen, an dem ich dann wieder Jahre sitze, gerade in der jetzigen Lage. Wenn ich das jetzt animieren würde, würde das noch ewig dauern. Und ich finde, das ist jetzt so ein aktuelles Thema, und außerdem sind Kindergesichter so schön, wenn sie erzählen. Deshalb wollte ich das wieder einmal mit der Kamera probieren.

Was ist der Plan jetzt weiter mit dem Projekt? Du hast ja auch die Kinder um Collagen zum Thema Corona gebeten.

Ja, es gibt Zwischenkapitel zu den verschiedenen Fragen, und da habe ich Zwischenbilder gebraucht, um nicht nur Interviews zu haben. Deshalb wollte ich sie etwas basteln lassen. Von den Aufnahmen wird aber vielleicht nicht so viel reinkommen. Ein bisschen Animation werde ich jetzt auf jeden Fall in die Titelsequenzen einbauen, dann muss ich schauen, inwieweit dann die Aufnahmen auch noch reinpassen.

Du hast ja vorher gemeint, dass du, als du in Italien Film studiert hast, hat es geheißen, „Schiffe, Tiere und Kinder“ sind das Schwerste. Wie bereitet man sich auf so ein Interview vor, wie bist du an das herangegangen?

Die Aufnahmen am 1. Mai waren eher Probeaufnahmen, was dann eh oft das Coolste wird oder in diesem Fall historisch auch nicht mehr rückbringbar, weil es das Einzige war, das wirklich während des Lockdowns entstanden ist. Dann hab ich die Fragen von Interview zu Interview auch abgeändert. Eigentlich bin ich reingesprungen, weil ich mir gedacht habe, cool, heute wäre Zeit, vorbereitet habe ich nix, aber ich probiers jetzt einfach mal. Das war also mehr learning by doing. Aber es gibt noch viel zu lernen.

Glaubst du, es wird ein Sequel geben? Vielleicht während des nächsten Lockdowns ☹?

(Lacht) Oh nein! Aber ja, das würde mir schon taugen. Ich habe mir gedacht, vielleicht wird das so ein Prototyp für verschiedene Themen. Und das Schöne war auch hier, bei uns in der Gemeinschaft, weil normal musst du das ja immer mega organisieren, irgendwo Kinder hinkommen lassen, und die halt dann auch nicht allein, weil das sind ja oft kleine Kinder. Hier war das super, du schreibst einfach: Ich bin jetzt im Gemeinschaftshaus, wobei ich es natürlich ein wenig organisiert habe, damit nicht alle gleichzeitig kommen, aber es waren ca. 1/3 unserer Kinder da, ca. 25 Kinder.

Du hast ja auch gesagt, zuerst wäre das Thema „Mama“ gewesen.

Ja, weil mich das gerade selber so interessiert, weil es der Film gewesen, oder ist der Film, zu dem ich eine Animation plane. Da wäre es auch voll nett, die Kinder zu befragen. Beim ersten Dreh habe ich immer zu „Mama“ etwas gefragt, das habe ich beim zweiten dann ganz aufgehört.

Aber ist da auch von den Kindern irgend etwas gekommen, eventuell von den älteren, dass sich das Leben der Familie mit Corona, mit dem Lockdown, dass sich da jetzt noch etwas verändert hätte, dass sei Sachen wieder schätzen, die sie vorher nicht gehabt haben.

Ja, irgendwer hat das gesagt, dass es cool gewesen ist, so viel daheim und in der Familie zu sein. So dezidiert drinnen war es nicht, es mehr zwischen den Zeilen durchgeklungen.

Wie siehst du generell deine Arbeit als Filmschaffende?

Ich komme ja ursprünglich aus der Bildhauerei, und bin dann über Fotografie und Super8 dann irgendwann zum Dokumentarfilm gekommen, und in meinen Stopmotion-Filmen ist das jetzt die coole Möglichkeit, die Bildhauerei mit dem Dokumentarfilm zu verbinden. Weil vom Dokumentarfilm komme ich irgendwie nicht mehr weg, weil die realen Interviews immer cool sind.

–> Nachtrag: Mittlerweile gab es eine großartige Premiere und der nächste Lockdown ist ja auch schon wieder da – vielleicht folgt ja wirklich noch eine Fortsetzung 🙂

https://weberknechtfilm.wordpress.com

Cellistin Sophie Abraham im Interview

In letzter Zeit hört man fast noch noch mehr wunderbare Musik aus den Fenstern über dem Wohnprojekts-Kinderspielplatz als normalerweise und weil zusätzlich eine geplante Weltpremiere im Herzen des Wohnprojekts ins Haus steht, haben wir die Cellistin Sophie Abraham gebeten sich für ein kleines Interview Zeit zu nehmen. 
Dazu haben wir es uns direkt in ihrem Wohnzimmer gemütlich gemacht in das neben dem üblichen Inventar einer Wohnküche auch unübliches gewachsen ist. An den Wänden stehen stehen weiße Schallabsorber, wenn man sich auf das Sofa setzen will muss man durch einen Mikrophon-Wald und aufpassen über keines der überall aufgeploppten lustig bunten Recording-Kistchen zu stolpern. Was ist da passiert?

Interview:
Was machst Du da grad in Deinem Wohnzimmer?

(Lacht) Ich nehme da gerade mein Solo-Album auf – ein Wunsch den ich schon seit 10 Jahren hege ungefähr, aber ich hab mich bis jetzt nie getraut, weil ich mir dessen bewußt bin was so viele andere tolle Leute machen.. und ich war aber in der Zwischenzeit doch auch immer sehr fleißig, hab komponiert und mich weiter entwickelt und jetzt bin ich so weit, dass ich zu dem steh auch wirklich ganz offiziell, was ich mir da so ausdenk. 
Und jetzt möchte ich diesen Traum mir selber erfüllen und nehme mein Solo-Album auf. Und das mache ich eben nicht in einem Studio, wo zwar der Komfort für mich wahrscheinlich sehr hoch wäre, sondern ich nehm das zuhause auf, wo ich mir einerseits ein bissl mehr Zeit nehmen kann und mich außerdem mehr auskennen lerne wie man das so macht, damit ich das für die Zukunft und für kleinere Produktionen auch einfach wesentlich besser selber machen kann. 

 

Aber Du hast ja schon mehrere Solo Programme jetzt gemacht…

Naja – ich spielte bis dato oft alleine mit Literaten wie Folke Tegetthoff oder Emil Breisach oder verschiedenen anderen – da spiel ich dann immer so kleine Stücke – das mach ich schon ewig, aber wirklich so ein abendfüllendes Soloprogramm, da ist das jetzt mein zweites. Mein erstes hieß „Sophie geht den Bach runter“, aber da hab ich die erste Solo-Suite von Bach gespielt so wie sie is, mit eigenen Stücken dazwischen und ich hab mir gedacht für ein Solo Album werd ich jetzt nicht Bach aufnehmen. Ich kann das schon auf meine eigene Art interpretieren, aber das hat wenig mit echter historischer Aufführungspraxis zu tun und meiner Meiner nach wenn man Bach aufnimmt dann sollte man das historisch gesehen machen und das wärs jetzt nicht gewesen, das können andere besser. 
Und dieses Album ist mit einer ganz anderen Perspektive geschrieben. Es heißt Brothers und ist eine Hommage an meine Brüder. Eine Hommage an das Leben und die Schönheit, aber auch an den tieferen Sinn des Lebens aus einer Perspektive wo man sieht dass das Leben nicht ewig ist. Meine 2 Brüder sind 1993 unter eine Lawine gekommen und das hat meine Familie und mich extrem geprägt. Diese Musik ist ein Statement und eine Huldigung an die Schönheit die sie in ihren viel zu kurzen Leben erlebten – wie ich aus den Fotos und Geschichten sehe – sie haben das sehr genossen das Leben.

Was ist denn da für Dich das herausforderndste dabei? Oder wie ist der Prozess von dem Gefühl oder dem Thema das jetzt groß ist und schön und traurig und alles irgendwie, zu Deiner Musik.

Also herausforderndstes weiß ich jetzt gar nicht, aber wie ich vorgehe ist – jedes Stück das ich bis jetzt aufgenommen habe, hat eine klare Geschichte, hat ein ganz klares Bild und dieses Bild ist inspiriert von entweder Geschichten oder Fotos oder Erinnerungen.

Und die Bilder hast Du Dir so zurecht gelegt? 

Das ist teilweise eher so herangeflogen gekommen. Also strukturiert: dieses Foto nehm ich jetzt her und da mach ich jetzt ein Lied, das wars gar nicht. 
Letztens hab ich einen Kurs geleitet in Lunz am See bei den Wellenklängen und hatte im Anschluss die Gelegenheit bei einem Kompositionsworkshop selber als Teilnehmerin mitzumachen und die haben gesagt – geh um den See herum und schau was dich da so inspiriert und da hat mich tatsächlich ein Bild sehr inspiriert am See sitzend.
Da hab ich einen Stein ins Wasser geworfen und diese Kreise, die sich ausgebreitet haben.. und wie ich dann rein geschaut hab und das Spiegelbild gesehen hab, dann hat sich eine Geschichte entfaltet – und über dieses Bild gibt es jetzt dann ein ganzes Stück zum Beispiel. In Erinnerung bzw. inspiriert durch den Löwenkönig der da ins Wasser schaut und seinen Vater da so sieht.. ‚Remember… remember who you are‘

Der Film „Der König der Löwen“..

Der König der Löwen, also ich weiß nicht ob das 1993 raus gekommen ist, aber das hab ich in Amerika gesehen in der Zeit als meine Brüder gestorben sind. Der König der Löwen war für mich prägend  – das is ja auch so eine Geschichte wo es um den Tod geht und da kommen ganz viele Erinnerungen…

O.K. das heißt, das ist auf jeden Fall ein irre intensives Thema..

Ja, das ist ein irre intensives Thema und ich kann das zum Glück auch bei den Konzerten so richtig spüren. Beim Aufnehmen isses ein bissl nüchterner – also (lacht) weil ich mich so um die Technik kümmern muss, weil ich halt selber die ganze Zeit auf Start/Stop, editieren, aufschreiben welcher Take war gut – das macht’s dann ein bissl unromantischer. Obwohl ich schon schau.. – ich mein zuhause ist das natürlich trotzdem super. Und vielleicht isses auch gut wenn ich klar bleib im Kopf.

..ich spann jetzt noch einen Bogen ein bissl weiter in der Zeit – was war denn im letzten Jahr für Dich so ein Highlight?

(Gesungen:) Corona 🙂 
Im letzten Jahr… musikalisch ein Highlight is auf jeden Fall das wir – wir das heißt in dem Fall mein Streichquartett, das radio.string.quartet mit Roland Neuwirth – eine Platte aufgenommen haben und auch veröffentlichen wollten im April…. Aber da war jetzt am 29.8. das offizielle CD-Release Konzert im großen Konzerthaus-Saal in Wien. Endlich! Fantastisch!! (Lacht) Wir hätten im Mozartsaal gespielt, nur der Mozartsaal war schon nahezu ausverkauft und im Zuge von Corona haben 4 Leute die Karten zurück gegeben fürs Geld und alle anderen haben auf den Ersatztermin gewartet. Und 500 passen jetzt mit den Corona-Regeln nicht in den Mozart-Saal und der große Saal war eh grad frei 🙂 Also das war ein Highlight. 
Ansonsten sind viele Highlights leider zugrunde gegangen an Corona. Es sind wahnsinnig viele Konzerte abgesagt worden, bzw. verschoben auf den Herbst. Der wird hoffentlich intensiv.

..Du machst ja laufend Kooperationen mit ganz vielen Musikerinnen und Musikern und jetzt kommt ein Programm auch mit der Julia Lacherstorfer..

Genau. Julia Lacherstorfer hat ein Solo-Programm geschrieben, das heißt Spinnerin – a female narrative und sie beleuchtet da die alpenländische Musik aus der Perspektive der Frau. Sie hat viel herum gesucht – was wurde von Frauen geschrieben in der alpenländischen Volksmusik, oder traditionellen Musik? Bzw. wo geht’s um Frauen, wo werden Lieder aus der weiblichen Perspektive gesungen? Jetzt ohne sexistische Hintergründe. Und da war relativ wenig – also sehr wenig.
Man kann von traditioneller Musik nicht immer wissen wer das jetzt erfunden hat, da is wahrscheinlich eh viel auch von Frauen erfunden worden, nur diejenigen die das dann aufgeschrieben haben waren dann wieder Salz-Beamte, Postbeamte, Bäckermeister, die dann die Melodien gesammelt haben. Auch wieder alles Männer.
D.h. es ist nicht so einen leichte Suche gewesen, deshalb hat sie auch wahnsinnig viel selber geschrieben nachdem sie Bücher über Frauen in den Alpen gelesen hat und hat deren Geschichten vertont. Hauptsächlich deren unglaublich hartes Leben. Hat viele Interviews gemacht mit älteren Bauersfrauen und arbeitet die zum Teil auch im Live-Programm ein. Ich bin mit Julia auf der Bühne, wir sind zu zweit auf der Bühne und das ist eine sehr schöne Sache! Spinnerin – a female narrative

Hört sich super spannend an – und wann spielt ihr das das erste Mal? Wann geht das los?

Hier! Im Wohnprojekt B.R.O.T. Pressbaum spielen wir dieses Programm zum ersten Mal so richtig. Am 17.9. wird’s hier so ein Pre-Release Special geben – und da freuen wir uns schon sehr!

Cool! Und wo kann man das dann noch anschauen, weil hier müssten Corona-bedingt wahrscheinlich noch ein paar Leute vor der Tür stehen bleiben..?

Ja wir haben ausgerechnet, das 40 Leute rein gehen, aber das ist natürlich sehr wenig – am 19.9. in Mürzzuschlag, am 9.10. in Seekirchen am Wallersee, am 15.10. in Innsbruck, am 16.10. im Cafe Caspar in Wien, am 17.10. in Bad Hall, am 20.10. in der Sargfabrik in Wien, 5.11 in Schladming… Termine sonst am besten auf den Websites (siehe unten)

Und noch einmal retour zum Anfang – wann wird Dein Solo-Album denn fertig sein? Wie ist da der Fahrplan?

Der Fahrplan ist, dass ich das im April nächsten Jahres veröffentliche.

Und da gibt’s dann hoffentlich wieder so ein Pre-Release Konzert im Wohnprojekt?

Ja Hoffentlich! Alle Musiker hoffen ja, dass das mit den Konzerten irgendwann mal wieder ein bissl normaler geht. Wenn die Räumlichkeiten groß sind geht ja eh einiges, aber die Leute gehen auch weniger gern ins Konzert, weil es halt auch ein bissl gefährlicher ist.

Ja und es is halt alles auch so schwer planbar – auch für die Veranstalter.. Maskenpflicht etc. ..

Was wir jetzt ganz oft haben, aber da muss halt auch irgendwann eine Art Normalität einkehren.. ich bin jetzt schon von 2 Projekten gefragt worden.. ah- das ist schon auch noch ein schönes Projekt, das ich erwähnen möchte: am 6. November und wahrscheinlich auch am 4. November werden wir im Musikverein, im gläsernen Saal – wir ist hier mein Trio Frühstück, ein klassisches Klavier Trio, Klavier-Geige-Cello – mit Anja Plaschg aka Soap & Skin ein Abendprogramm machen.
Und da wurden wir zum Beispiel gefragt, das zwei Mal zu spielen. Eben an 2 Abenden. Für insgesamt gleich oder sogar weniger Honorar.. Und das wird uns noch öfter passieren. Das ist echt schlimm – also von Veranstalterseiten irgendwie verständlich, das man halt irgendwie versucht über die Runden zu kommen, aber die Künstler sind dann im Endeffekt doch immer wieder die Deppen, weil sie dann die Leute sind, die am Ende der Kette das Geld kriegen und eh glaub ich verhältnismäßig am wenigsten kosten. Aber da wird eingespart und herum verhandelt…

Liebe Sophie! Danke für das Interview!

—> für PreRelease/Weltpremiere Spinnerin – a female narrative gibt zu Redaktionsschluss es noch maximal 10 Plätze – bei Interesse bitte schnell per mail an sophie_abraham@hotmail.com schreiben.

Termine

http://sophie-abraham.com

Sophie @work

INIzuFuß

Von Samstag 8.8. auf So 9.8. waren 7 Wander*innen und Interessierte von der Aktion INIzuFuß auf ihrer Wanderung zu Initiativen und Wohnprojekten in Wien und NÖ zu Gast in BROT-Pressbaum. Bevor wir gemütlich miteinander gegessen haben und unser Projekt vorgestellt haben, gings zuerst zur Abkühlung in den Schwimmteich. Der IniWimpel wurde von Ralf Aydt waghalsig zu unserer Wimpelsammlung hinzugefügt.
https://www.inigbw.org/veranstaltung/ini-zu-fuss
Initiative GEMEINSAM Bauen & Wohnen

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